Sun for Future - Solarparks auf landwirtschaftlich genutzten Flächen


Erstveröffentlichung am 03. Mai 2019 - Version vom 17. November 2020 - Lesedauer 13 Minuten 


Kurzbeschreibung


Nach der intensiven Lektüre diese Buches „Klimawandel und Biodiversität – Folgen für Deutschland“ und weiteren tiefgründigen Recherchen vermute ich:

Um die Existenz der heute bekannten Lebensformen zu sichern, ist die Bewahrung und Erhöhung der Artenvielfalt wesentlicher als die Bekämpfung der Klimakatastrophe.

Biotop-Solarparks bieten Flächen für die Erhöhung der Artenvielfalt bei gleichzeitiger Energiewende zur Bekämpfung der Klimakatastrophe.

Das PV-Magazine berichtete im November 2019 sehr anschaulich über den Besuch von Frau Prof. Sabine Tischew auf einem Biotop-Solarpark. Hier das dazu gehörende Fotoalbum für einen ersten Eindruck.

Biotop-Solarparks versiegeln durch ihre Pfosten und Trafostationen nur einen minimalen Teil der überbauten Fläche und bieten einen hohen Nutzen für die Biodiversität, wie auch diese Studie des BNE und dieses DBU-Projekt aufzeigen. Biotop-Solarparks sind ein Gewinn für Flora und Fauna.

Mit aktueller Photovoltaik-Technologie bedarf es ungefähr 3 Millionen Hektar Ackerland, um 3.000 Tera­watt­stunden Energie pro Jahr zu erzeugen. Das sind 10.000 Biotop-Solarparks mit ei­ner Größe von je 30 Hektar. Die Biotop-Solarparks werden nach naturschutzfachlichen Kriterien an­geordnet, damit sie einen länderübergreifenden Biotopverbund sinnvoll ergänzen. So leisten sie bei der Wiedervernetzung von Lebensräumen einen wichtigen und notwendigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland.

Bei aktuell 2.3 Millionen Hektar für den Anbau von Energiepflanzen und 6 Millionen Hektar für den Anbau von Futtermitteln ist diese Fläche ohne besondere Beeinträchtigungen der Versorgung mit Nahrungsmitteln verfügbar. 

Vermutlich wird Deutschland im Jahr 2050 schon mit weniger als 3.000 Terawattstunden 100 % CO2-neutral sein können. Die Energiemenge, die über den 100 % Bedarf hinausgeht, dient dann dazu, CO2-negativ zu werden. Sonst wird die Klimakatastrophe ungebremst weiter gehen. Diese Idee soll darum nicht nur für Deutschland gelten, sondern weltweit.

Ein Biotopverbund aus Biotop-Solarparks schlägt viele Fliegen mit einer Klappe: 

  • Hoher Nutzen für die Artenvielfalt
  • eine gelungene Energiewende
  • Bekämpfung der Klimakatastrophe
  • Finanzierung des Umbaus der Agrarlandschaft 
  • Aus Landwirten werden Naturschützer


Die Idee für einen länderübergreifenden Biotopverbund aus Biotop-Solarparks wurde durch diesem Beitrag inspiriert: Naturtalk FÜNF VOR ZWÖLF! - Artenvielfalt durch Biotopverbünde. Vielen Dank dafür an Prof. Dr. Peter Berthold.


Einleitung

Der Earth-Overshoot-Day wäre in Deutschland eigentlich auf den 3. Mai gefallen. Der aktuelle UN-Biodiversitätsreport berichtet, dass keines der 20 Ziele der Biodiversitätsdekade erreicht wurde. Der IPCC Sonderbericht zu Klimakrise und Land vom August 2019 fordert eine dringende Kehrtwende bei der Landnutzung. Die Leopoldina stellt einen 10 Punkte-Plan zur Biodiversität vor. Finden Mensch und Natur angesichts von Corona- und Klimakrise endlich zusammen?


Es ist jetzt an der Zeit, mit der Energiewende ernst zu machen, denn die Klimakrise ist kein Zukunftszenario. Dem Übereinkommen von Paris dürfen Taten folgen. Wie können Solarparks dabei helfen, die Energiewende und weitere notwendige Veränderungen zu ermöglichen? Könnte dieser Weg zum Ziel führen?

Artenvielfalt im Solarpark

Nur auf den ersten Blick sind Solarparks technische Anlagen, welche die umgebende Landschaft und Natur abwerten. Auf den zweiten Blick bieten Solarparks ein gewaltiges Potential für Artenvielfalt, wenn Solarparks dort entstehen, wo bisher intensiver Ackerbau betrieben wurde.


Artenarme Ackerflächen verwandeln sich in hochwertige, artenreiche Pflanzenbestände. Solarparks bieten einen besonderen Lebensraum für Pflanzen, Insekten und Kleinsäuger, die nur noch selten in der intensiv genutzten Kulturlandschaft zu finden sind. So leisten sie einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt vieler heimischer Arten und geheimnisvoller Wildblumen.


Einen ökologischen Mehrwert bietet prinzipiell jeder Solarpark im Vergleich mit "industrieller" Landwirtschaft. Der Nutzen für Flora und Fauna ist jedoch viel höher, wenn es ein standortspezifisches Biodiversitätsmanagmentkonzept gibt. 

Das bedeutet:

  • Einsaat mit artenreichen Wildpflanzenmischungen (Regiosaatgut)
  • Schaffung unterschiedlich strukturierter Habitate
  • Teilflächenspezifisches Mahdregime
  • Regelmäßiges Monitoring
  • 6 Meter anstatt 4 Meter Reihenabstand
  • 80 cm anstatt 60 cm Bodenfreiheit 
  • Zaunabstand zum Modulfeld erheblich großzügiger


Derartige Solarpark-Biotope werten die bisherige Agrarlandschaft auf und benötigen keine Ausgleichsflächen. Ein Biotop-Solarpark bietet vielmehr Ausgleichsfläche und könnte als ökologische Vorrangfläche bzw. Greening-Fläche anrechenbar sein oder sogar Ökopunkte erhalten. 

Warum Solarparks?

Solarparks in Deutschland sind aktuell bei einem Preis für den erzeugten Strom von 4-5 Eurocent je Kilowattstunde rentabel. Das gilt auch für Biotop-Solarparks, weil sie ohne Mehraufwendungen für die Photovoltaik-Technik gebaut werden. Sie benötigen keine finanzielle Förderung mehr und werden in Zukunft Strom noch preiswerter erzeugen. Solarparks sind also ökonomisch sinnvoll und dienen zusätzlich den Zielen des Natur­­schutzes.


Ist die Anfangsinvestition getilgt, wird Solarstrom aus Solarparks nur noch von den Betriebs- und Wartungskosten belastet. Dann sind Strompreise von unter 2 Eurocent pro Kilowattstunde zu erwarten. Da die Betriebsdauer eines Solarparks prinzipiell unbefristet sein sollte, ist Strom aus Solarparks auf lange Sicht extrem kostengünstig.


Dach- und Fassadenanlagen mögen für den Eigenstromverbrauch gut geeignet sein. Für die langfristige, sichere und preiswerte Versorgung aller Sektoren sehe ich das nicht. Denn wegen der höheren Installations-, Wartungs- und Betriebskosten, wird Solarstrom aus Dach- oder Fassadenanlagen immer erheblich teurer sein als der Strom aus Solarparks.


Im Detail:
Gerüstbau für die Installation, Gerüstbau für Sanierung und Wartung auf dem Dach, leistungsschwächere Wechselrichter sind teurer. Ausfallzeiten bei Dachsanierungen, Lebensdauer des Gebäudes, Beschädigungen des Daches gilt es zu bedenken. Auch gibt es nicht ausreichend Dächer und Fassaden, um die weiter unten aufgeführten Mengen an Strom zu erzeugen.


Auch im Vergleich mit anderen Bioenergieträgern sind Solarparks erheblich effi­zien­ter.

Hier ein Vergleich mit Biogasanlagen, betrieben mit Silomais:
Ein Solarpark erzeugt pro Jahr ca. 700.000 Kilowattstundenelekt./Hektar, die Biogasanlage dagegen nur ca. 10.587 Kilowattstundenelekt./Hektar. Der Solarpark erzeugt 66-mal mehr Energie als die Biogasanlage.

Wenn die Wärme bei der Biogasanlage mitgenutzt wird, bleibt der Vorteil des Solarparks immer noch beim Faktor 44.

Wo stehen wir - wo geht es hin?

Bis heute wurden in Deutschland auf Dächern und Freiflächen ca. 51 Gigawatt-Peak Photovoltaik-Anlagen installiert.


Der aktuelle Jahresstrombedarf in Deutschland liegt bei 500 Terawattstunden. Rechnet man mit Verlusten von ca. 50 %, um das schwankende Angebot aus Sonne und Wind dem Verbrauch anzupassen, dann sollten alle „Erneuerbaren“ 1.000 Terawattstunden/Jahr erzeugen. Sektorübergreifend wird natürlich erheblich mehr Strom benötigt. Ein Jahresstrombedarf von ca. 1.300 bis 3.000 Terawattstunden/Jahr dürfte realistisch sein, wenn der Primärenergiebedarf von heute zugrunde gelegt wird.


Solar-, Wind- und Wasser­kraft gemeinsam mit kurz-, mittel- und langfristigen Strom­speicher­technologien (Power-to-x), könnten bis 2050 eine voll­umfäng­liche Stromver­sorgung aus erneuerbaren Energien sichern. Diese Studie des Umweltbundesamtes sagte das schon 2013.


Wie das Energiesystem 2050 aussehen könnte, zeigt folgende Grafik in Anlehnung an eine Vorlage von Prof. Görge Deerberg, Fraunhofer Umsicht:

Der Strombedarf steigt von derzeit knapp 550 auf bis zu 3.000 Terawattstunden. Der Energiebedarf des Verkehrssektors sinkt enorm durch eine massive Reduzierung des Individualverkehrs und die weitestgehende Umstellung auf strombetriebene Mobilität (Batterie, Oberleitung, e-Fuels). Die Bedarfe in den Bereichen Wärme und Industrie bleiben im wesentlichen gleich. Neue Elemente im Energiesystem der Zukunft sind der Speicher (X) in der Mitte sowie die bei allen P2X und X2P Prozessen anfallende Abwärme. Die Königsdisziplin Abwärmenutzung ergänzt eine besondere Wärmeproduktion oder ersetzt diese sogar. Auch die Abwärme aus Industrieprozessen wird so weit wie möglich in das Energiesystem eingebunden. 

Herausforderung Flächenbedarf

Solarparks benötigen Fläche und stehen vermeintlich in Konkurrenz zur Land­wirt­schaft, die dort Nahrungs-, Futtermittel und nachwachsende Rohstoffe anbaut.


Es gibt es verschiedene Ansätze, Photovoltaik und landwirtschaftliche Nutzung auf einer Fläche zu kombinieren. Um Verwechslungen zu vermeiden, unterscheide ich sehr deutlich zwischen Agrarphotovoltaik (APV) und Biotopphotovoltaik (BPV). 
 

Agrarphotovoltaik bedeutet: kombinierte Nutzung einer Fläche für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion (Photosynthese) und die PV-Stromproduktion (Photovoltaik). APV deckt ein breites Spektrum in der Intensität landwirtschaftlicher Nutzung und im Mehraufwand für den Photovoltaik-Anlagenbau ab. Von extensivem Grünland mit gar keinem Mehraufwand auf der Photovoltaik-Seite bis hin zu Ackerkulturen mit speziellen Montagesystemen.  Dabei wird die die landwirtschaftliche Nutzung durch die Photovoltaik im Prinzip nicht verändert.

Ein Biotop-Solarpark ist eine Änderung der landwirtschaftlichen Nutzungsart. Idealerweise wird aus intensiv genutztem Ackerland ein hochwertiges Biotop mit Stromproduktion. Griffiger formuliert: „Agrarwüste wird zur Solar-Oase“. 

Zur klaren Abgrenzung von Biotop-Solaraparks auf auf ehemaligem Ackerland:

 

  1. Die Umwidmung von Ackerland in ein Biotop mit Solarpark bietet den größten ökologischen Nutzen. *weiterführende Erläuterung siehe unten.
  2.  Biotop-Solarparks auf ehemaligem Ackerland könnten mit Zustimmung von NABU, WWF und anderen Stakeholdern, als Umweltschutzmaßnahme in kommende Eco-Schemes der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) passen und dann als Landwirtschaft gelten.
  3. Das führt zu anderem Baurecht für Biotop-Solarparks, nämlich zu einer Privilegierung nach §35 Absatz 1 Nr. 1, 2 BauGB, was eine enorme Erleichterung für die Genehmigungspraxis darstellen würde.
  4. Die Umwandlung von Ackerland in Biotope dürfte auch dem Ansinnen förderlich sein, Ökopunkte als überkompensatorischen Ausgleich in Biotop-Solarparks bilden zu können.

 

Erläuterung zu Punkt 1: Wenn - aus welchem Grund auch immer –die PV-Module auf der Fläche wieder abgebaut werden, dann bleibt das ein Biotop und kann nicht einfach wieder in Ackerland umgewandelt werden. Auf einer APV-Anlage gilt das explizit nicht – dort kann einfach weiter Landwirtschaft betrieben werden. Es ist jedoch genau der Zweck von Biotop-Solarparks, dass diese nicht einfach in intensive Ackerflächen zurückverwandelt werden können. Die Ackerflächen, die in Biotop-Solarparks umgewandelt werden, ergeben sinnvoll angeordnete Korridore und Trittsteine in der Agrarlandschaft, die - völlig unabhängig von einer eventuellen Stromproduktion - den Belangen des Naturschutzes dienen sollen und die dringend notwendigen fehlenden Elemente zur Vernetzung von schon vorhandenen Naturräumen bieten.

 

Hinweis zu Punkt 4: Auch für die Sammlung von Ökopunkten ist der Ewigkeitscharakter des Biotop-Solarparks sinnvoll.

 

Natürlich weiß ich, dass die Welt nicht schwarz und weiß ist, sondern bunt. Also wird es sicherlich auch Mischformen von APV und BPV geben. Für meinen Vorschlag „Jeder Gemeinde ein Biotop-Solarpark“ liegt mir sehr viel daran, saubere und hochwertige Kriterien für die Planung, Bau und Betrieb von Biotop-Solarparks zu formulieren, damit das nicht in einer Greenwashing Diskussion endet. Der notwendige Rückenwind seitens des Naturschutzes zur Umwandlung von 1,3 bis 3 Millionen Hektar Ackerland in Biotope wird sonst vermutlich ausbleiben.


Was bedeutet das im Einzelnen? 

Ein Biodiversitätsmanagementkonzept verlangt geeignetes Regio-Saatgut aus gebietsheimischen Arten, ein besonderes Mahdregime und regelmäßiges Monitoring. Damit sich Flora und Fauna optimal entwickeln können, sind Reihenabstand (6 anstatt 4 Meter), Bodenfreiheit (80 statt 60 cm) und der Abstand zum umgebenden Zaun größer als bei herkömmlichen Solarparks. So entsteht im Biotop-Solarpark ein artenreiches Biotop aus sehr extensiv genutztem Dauergrünland, auf dem immerhin sehr hochwertiges Raufutter geerntet werden kann.

Biotop-Solarparks bedeuten:

  • Verbesserung der Bodenstruktur, Schutz des Bodens vor Wasser- und Winderosion,
  • Erhalt und Steigerung der biologischen Vielfalt,
  • Gewässerschutz, weil der Eintrag von Dünger und Pflanzenschutzmitteln entfällt,
  • Klimaschutz durch Reduzierung der Treibhausgasemissionen,
  • Pflege und Erhalt der Kulturlandschaft


Biotop-Solarparks können derzeit als sogenannte "ökologische Vorrangflächen" im Zusammenhang mit Greening oder als Maßnahme des Vertragsnaturschutz bewertet werden.


Bioenergieflächen

Wegen der erheblich besseren Effizienz und des ökologischen Vorteils von Solarparks bietet es sich an, zunächst die Flächen zu nutzen, welche heute dem Anbau von Silomais für Biogasanlagen dienen. Dies könnte mit dem Auslaufen der EEG-Förderung für die betroffenen Biogasanlangen Schritt für Schritt geschehen.


2018 wurden insgesamt 1,35 Mio. Hektar Land für Biogas verwendet. Davon ca. 900.000 ha für den Anbau von Silomais.


Nach heutigem Stand der Technik können auf 900.000 ha Fläche 600 Gigawatt-Peak Photo­voltaik-Leistung gebaut und damit jährlich 630 Terawattstunden Strom erzeugt werden. Biogasanlagen mit Silomais betrieben, schaffen auf derselben Fläche nur knapp 10 Terawattstunden.


Die Technik von Biogasanlagen kann in Kombination mit Solarparks aus der Umgebung weiter genutzt werden. Das ermöglicht die notwendig kommende Power-to-X Technologie: Erzeugung von E-Wasserstoff, E-Methan, E-CNG, E-Methanol, Gasspeicherung, Gaseinspeisung in das Erdgasnetz, bedarfsgerechte Strom- und Wärmebereitstellung, die Nutzung der installierten Technik, samt Nahwärmenetz, Transformatoren und Netzanschluß bieten sich an. Das schwankende Stromangebot aus Sonnenlicht könnte mit  Flussbatterien (Redox-Flow oder Organic-Flow) gepuffert werden, so dass die Erzeugung von e-Kohlenstoff und e-Wasserstoff kontinuierlich läuft.

Was ist zu beachten

Nachfolgend einige Aspekte und Wünsche für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende mit Biotop-Solarparks.

  • Räumliche gleichmäßige Verteilung der Anlagen im gesamten Bundesgebiet, um ein Biodiver­sitäts­­netz zu schaffen, dass für Insekten, Kleinsäuger und Vögel gut nutzbar ist (Trittsteinkonzept). Motto "Jeder Gemeinde ein Biotop-Solarpark"
  • Erhöhung der Aktzeptanz durch Schaffung von finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger.
  • Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens, wenn Mehr­fachnutzung gewährleistet ist. Mehrfachnutzung bedeutet: Artenschutz mit Bio­di­ver­si­tätskonzept oder landwirtschaftliche Nut­zung oder eine Mischung von beidem = Biodiversität-Agrar-Photovoltaik.
  • Anpassung der EU-Agrarsubventionen, des Bundesnaturschutzgesetztes und des Baurechts an Landnutzung durch Biotop-Solarparks. Stichworte: Vertragsnaturschutz, Greening, Ökopunkte.
  • Entsprechende Anpassungen des EEG, der Raumordnung (Regionalplan, Landes­entwicklungs­plan) und der Genehmigungsverfahren.
  • last, but not least: Erhöhung der Biodiversität, Gewässer- und Bodenschutz dienen der Landwirtschaft. Raufutter-Produktion ist Landwirtschaft. Demzufolge können auch Biotop-Solarparks und alle anderen Formen der APV privilegierte Bauvorhaben nach §35 Absatz 1 Nr. 1, 2 BauGB sein.


Schlussfolgerung

Solarparks sind in Deutschland ein wesentlicher Bau­­stein zur Erzeugung von erneuerbarer Energie. Sie sind erheblich effi­zienter und ökologischer als der Anbau von nachwachsenden Agrarrohstoffen für Biogas­anlagen.

Ich halte es daher für ratsam, genau diese Bioenergie-Agrarfläche für den Bau für Biotop-Solarparks zu verwenden, wenn es nicht nur auf Artenvielfalt, sondern auch auf sehr preiswerten Strom ankommt.

Anforderungen des Artenschutzes und der Nahrungsmittelproduktion werden durch Bio­diver­si­­täts­­­konzepte und künftige Nutzung mit Farm­robotik berücksichtigt.

Biotop-Solarparks als privilegierte Bauvorhaben innerhalb eines landwirtschaftlichen Betriebes übergeben die Planung, Projektierung und Umsetzung in die Hände von Landwirten.

Wenn wir in den nächsten 30 Jahren 3.000 Gigawatt-Peak Photovolatik-Leistung installieren, dann ist eine heimische Modul­pro­duk­tion nicht nur wünschenswert, sondern notwendig.

Ausblick für die Umsetzung in Deutschland


Erzeugung:

Zusätzlich zu allen vorhandenen Naturschutzgebieten und schon laufenden länderübergreifenden Biotopverbundplanungen erstellen - unter Federführung des Bundesamtes für Naturschutz - die zuständigen Landes- und Kreisbehörden einen deutschlandweiten Plan für 10.000 Biotop-Solarparks je 30 Hektar auf Ackerland. Im Südwesten Deutschlands können diese gerne etwas kleiner und im Nordosten Deutschlands gerne etwas größer sein. Die Flächen sollten gut für den Bau und Betrieb von Solarparks geeignet sein. Die Auswahl der Flächen erfolgt darüber hinaus nach naturschutzfachlichen Kriterien, damit die notwendigen und gewünschten Trittsteine und Verbindungselemente in der Agrarlandschaft entstehen. So sollte es relativ wenig Akzeptanzprobleme geben und keine finanziellen Interessen von Landbesitzern bei der Flächenauswahl maßgeblich sein.

Betreiber der dort entstehenden Biotop-Solarparks werden lokale Genossenschaften, die von Landwirten, Anwohnern, Firmen, Stadtwerken, Gemeinden, Naturschutzorganisationen begründet werden. Die Genossenschaften pachten die Flächen zu einem Pachtpreis, der dem durchschnittlichen regionalen Pachtpreis der letzten 5 Jahre entspricht, um den Markt für Pachtland möglichst wenig zu beeinflussen.

Zusatzidee im Zeichen der Klimakatastrophe: Viele der neuen Biotop-Solarparks verfügen über Wassermanagement-Systeme: Regenfälle werden an dem Modultischen aufgefangen, in Zisternen oder Teichen gespeichert und können sowohl innerhalb des Biotop-Solarparks als auch auf umgebenden Agrarflächen genutzt werden.



Speicherung und Verteilung:

Das volatile Angebot an Erneuerbarer Energie wird vom Verbrauch komplett durch vielfältige Speichertechnologien entkoppelt (Power to X, P2X) sein müssen, weil das volatile Angebot mit dem Verbrauch nicht unmittelbar gekoppelt werden kann. Eine garantierte Abnahme und Vergütung (s.u.) für den erzeugten Strom gibt es nur, wenn der Strom vollständig an eine neu zu gründende Power-to-X-Betreiberfirma abgegeben wird. Diesem Betreiber (Anteilseigner sind Bundesbürger, Bund, Länder, Gemeinden, Stadtwerke, Naturschutzvereine, etc.) wird – ähnlich wie den Übertragungsnetzbetreibern – eine staatlich garantierte Mindestrendite zugestanden, um sich sicher zu refinanzieren und die gewaltigen Investitionen in das Erzeugungsnetzwerk incl. Energiespeicherung zu stemmen.
 
Dafür übernimmt der Betreiber vollständig und immer allen Strom aus erneuerbaren Anlagen und gibt ihn bedarfsorientiert in Form von Strom, E-Gas, E-Fuels, diverse andere Formen (X) an Übertragungs- und Versorgungsnetzbetreiber ab. Die Verteilung der gespeicherten Energie erfolgt über Strom-, Gasleitungen, Wärmenetze, Schiffe, Züge, Lastwagen, etc.
 

Die Königsdisziplin der Abwärmenutzung zur Steigerung der Effizienz aller P2X und X2P-Prozesse, verlangt nach einem sehr engmaschigen Netz an Übergabepunkten, damit die immer anfallende Abwärme genutzt und möglichst verlustfrei bis zum Verbraucher gelangen kann.

Einspeisetarif

  • 2021: Einspeisetarif für das Jahr der Inbetriebnahme plus für die folgenden 20 Jahre 5 Cent je Kilowattstunde. 
  • 2022 – 2023 – 2024 …Der Abnahmepreis sinkt jedes Jahr um 0,11666 Cent je Kilowattstunde 
  • 2050: Einspeisetarif für das Jahr der Inbetriebnahme plus für die folgenden 20 Jahre 1,5 Cent je Kilowattstunde 
  • 2051, 2052, 2053. Der Abnahmepreis beträgt für alle Anlagen, die nach 2050 neu errichtet werden oder aus dem 20-jährigen Förderzeitraum kommen 1 Cent je Kilowattstunde.


Jede EE-Anlage erhält nach der Ablaufzeit von 20 Jahren den dann gültigen Einspeisetarif für Neuanlagen für weitere 20 Jahre, damit der Weiterbetrieb sicher kalkuliert werden kann. Es gilt dabei der Grundsatz: Kraftwerke werden solange betrieben, wie sie sich lohnen. 


Die Tarife gelten auch für alle anderen EE-Anlagen, wenn sie aus der 20-jährigen EEG-Förderung kommen.




Weiterführende Informationen

Meine Idee für einen landesweiten Biotopverbund aus Biotop-Solarparks wurde durch diesem Beitrag inspiriert: Naturtalk FÜNF VOR ZWÖLF! - Artenvielfalt durch Biotopverbünde. Ein Interview mit Prof. Dr. Berthold. Seine Empfehlung lautet: Jeder Gemeinde ihr Biotop und einfach machen, anstatt noch auf weitere Forschungsergebnisse zu warten. Meine Empfehlung: Jeder Gemeinde mindestens ein Biotop-Solarpark für eine erfolgreiche, bürgernahe Energiewende.

Für einen virtuellen Besuch eines Biotop-Solarparks mit Frau Prof. Dr. Sabine Tischew und der Biologin Christina Grätz gibt es diesen Besuchsbericht aus dem PV-Magazine, Ausgabe November 2019 und diese Fotos

Biodiversität und Management von Agrarlandschaften (2020). Die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft ist auf dem Rückzug, so dass die nationale Akademie der Wissenschaften dringend umfassendes Handeln empfiehlt, um dem Artenschwund in der Agrarlandschaft entgegen zu wirken.

Photovoltaik-Freiflächenanlagen fördern die Artenvielfalt in Flora und Fauna, wie eine neue Studie im Auftrag des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft zeigt. Eine Allianz aus Vertretern des Verbands, Planer und Projektierern wünscht sich, dass dies bei der Planung neuer Anlagen und in der öffentlichen Diskussion stärker berücksichtigt wird.

Klimawandel und Biodiversität - Folgen für Deutschland, 2012 WBG-Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Mehr als 80 Autoren geben einen umfassenden Überblick über die Folgen des Klimawandels auf die Biodiversität in Deutschland, die als wichtige Ressource der Menschheit gesehen wird. Dabei verfolgen die Herausgeber einen interdisziplinären Ansatz, der alle relevanten Fachgebiete von der Klimatologie über die Biologie, die Bodenkunde, Land- und Forstwirtschaft bis hin zur Medizin und Soziologie einbezieht.
Die Autoren zeigen dabei nicht nur Probleme auf, sondern weisen auf Forschungs-, Informations- und Handlungsbedarf hin und geben Empfehlungen, wie das zukünftige Handeln aussehen kann.
Pflichtlektüre, um den Gesamtzusammenhang nicht aus den Augen zu verlieren. Zwar schon etwas älter, aber lohnenswerte Lektüre.

Ergänzend dazu gibt es aus dem Jahr 2015 diese Publikation des Bundesamtes für Naturschutz. Fachinformation des BfN zur „Naturschutz-Offensive 2020“des Bundesumweltministeriums. Status, Trends und Gründe zu den prioritär eingestuften Zielen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ (NBS)

Artenvielfalt ist überlebensnotwendig. Das zeigen Dirk Steffens und Fritz Habekuss in ihrem Buch: Überleben - Zukunftsfrage Artensterben: Wie wir die Ökokriste überwinden. Penguin Verlag, 2020

Schöpfung ohne Krone - Warum wir uns zurückziehen müssen, um die Artenvielfalt zu bewahren. Oekom-Verlag, März 2020. Schöpfung ohne Krone drängt uns, der Realität ins Auge zu sehen, dass die Menschheit nicht vorankommen wird, wenn sie ihre Vorherrschaft über die Biosphäre festschreibt. Im Gegenteil, wir werden in der Identität des Naturbesiedlers stagnieren und in Konflikte verfallen, während wir um natürliche Ressourcen wetteifern. Stattdessen sollten wir einen anderen Weg einschlagen, indem wir uns dafür entscheiden, in Gemeinschaft mit der lebendigen Ökologie zu leben, indem wir die menschliche Lebensweise in das reiche Angebot eines biologisch vielfältigen, lebendigen Planeten einbinden.

Den Nutzen von vernetzten Biotopen zeigt 3sat nano vom 8. Januar 2020 in den Beiträgen zum Insektenatlas und Biotopen. Besonders eindrücklich wird der Moderator in Sendeminute 10:16 bis 10:31. Er spricht eine andere Gestaltung und Förderung der Landwirtschaft an: "Die Bauern müssten eigentlich sowas sagen können wie: Ich produziere 5 Hektar Spargel, 9 Hektar Kiebitz und 1 Hektar Ameisenbläuling." Meine Ergänzung: Warum nicht neben Kiebitz und Ameisenbläuling mit einem Solarpark auf denselben Hektar noch die Energiewende stemmen und das ganze auch noch finanzieren?

Um nicht in den Verdacht von Greenwashing zu geraten, bedürfen Biotop-Solarparks nicht nur einer guten Planung, sondern  der Nutzen für die Umwelt sollte sich auch messen lassen. Wie das möglich ist, zeigt das EULE - Projekt der Deutschen Bundestiftung Umwelt. Projektleiter Andreas Engl von den Regionalwerken vereinigt seit Jahren Artenschutz und Energiewende.

KNE-Forum „Naturverträgliche Solarparks“ -  Am 10. September 2020 wurde im Rahmen des KNE-Forums das Thema „Solarparks als Ausgleichsfläche?“ diskutiert. Ein wichtiger Aspekt war Diskussion zu Ökokonten und zur Frage,  ob naturverträgliche Solarparks auch für andere Bauprojekte als Ausgleichfläche in Frage kommen, die dann wiederrum keine oder weniger Ausgleichsfläche benötigten.  


Handlungsleitfaden Freiflächensolaranlagen: Der Leitfaden ist ein wichtiger Baustein der Solaroffensive des Landes Baden-Württemberg. Er setzt sich aus verschiedenen Autorenbeiträgen zusammen und informiert über:
- Entwicklung, Ausbaustand und Wirtschaftlichkeit,
- Planungsrecht,
- Bürgerbeteiligung und
- die ökologische Gestaltung von Photovoltaik- und solarthermischen Freiflächenanlagen. Der Leitfaden stellt darüber hinaus Beispiele vor, wie die Biodiversität im Zuge der Errichtung von Freiflächensolaranlagen verbessert werden kann.

"Solarthermianlagen als Biotop" Infoblatt Nr. 6 vom Juli 2020. Es geht vordergründig um solarthermische Freiflächenlagen. Die Informationen gelten auch für Biotop-Solarparks (BPV). Dr. Elke Bruns, Abteilungsleiterin im Kompetenzzentrum Naturschutz und Ener-giewende (KNE), weist auf die Möglichkeit hin, Ökopunkte in einen solchen Solarpark zu erwirtschaften. Weitere Erläuterungen zum Infoblatt Nr. 6 auf Solarthemen.de 

Gold wert scheint mir im Zusammenhang mit dem Umbau der Energiesystems ein Buch von Stefan Brunn­huber zu sein. „Die offene Gesellschaft: Ein Plädoyer für Freiheit und Ordnung im 21. Jahrhundert“ (erschienen im Februar 2019) zeigt, wie ein Übergang Schritt für Schritt und unter Einbeziehung der kritischen Öffentlichkeit gelingen kann.


Schon 2016 hat Stefan Brunnhuber in: „Die Kunst der Transformation, Wie wir lernen, die Welt zu verändern“ einen Weg beschrieben, um den globalen Herausforderungen als Ge­sell­schaft zu begegnen.

Uwe Schneidewind, Leiter des Wuppertal-Institutes spricht in in seinem Buch "Die große Transformation" von  »Zukunftskunst«. Damit ist die Fähigkeit gemeint, kulturellen Wandel, kluge Politik, neues Wirtschaften und innovative Technologien miteinander zu verbinden. So werden Energie- und Mobilitätswende, die Ernährungswende oder der nachhaltige Wandel in unseren Städten möglich.

Hörenswert ist Uwe Schneidewind auch im philosophischen Radio des WDR zur Fragestellung: Welche Möglichkeiten gibt es, um mit den fast unlösbar scheinenden Problemen der ökologischen Krise umzugehen – und den Prozess möglichst sinnvoll zu gestalten?


Wie geht unsere Gesellschaft mit Nutztieren um und welche Auswirkungen hat das auf die Umwelt? Die Evangelische Kirche versucht Orientierung zu geben. U.a. spricht Uwe Schneidewind in "Diesseits von Eden" vom 29.09.2019. WDR 5 ( 04:39 Min.)

Werner Bätzing beschreibt in seinem aktuellen Buch Das Landleben. Er geht weit in die Vergangenheit zurück, um Szenarien für Zukünfte von Stadt und Land zu skizzieren.
Nach der Lektüre denkt man als Stadtbewohner anders über das Land. Ein gutes Buch für Wertschätzung und Begegnung von Stadt und Land auf Augenhöhe.

Der Deutschlandfunk berichtet in "Forschung aktuell" vom 06.05.2019 in einem Radiobeitrag sowohl über den UN-Bericht zur globalen Artenvielfalt, als auch über das Thema Agrarphotovoltaik. Hier geht es direkt zum Podcast.


In diesem Beitrag zur Bonn Climate Change Conference - June 2019 liefert der Deutschlandfunk in Forschung aktuell vom 19.06.2019 einen ernüchternden Ausblick: Selbst wenn alle Klimaschutzvereinbarungen von Paris (2015) umgesetzt würden, erhöht sich die Durschnittstemperatur der Erde bis Ende des Jahrhunderst um 3 Grad. Ein Grund mehr, Nahrungsmittelproduktion ohne Landwirtschaft ernsthaft in Erwägung zu ziehen.


Wie ungemütlich es im Jahr 2050 sein wird, egal was wir jetzt in Sachen CO2-Reduktion unternehmen, steht hier ausführlich beschrieben. Verständnis der Klimakrise durch eine globale Analyse von Stadtvergleichen. Angesichts dessen könnten Gewächshäuser auf vielen Dächern, versehen mit Klimaanlagen, welche von Solarmodulen oder mit Kälte aus Tiefenbohrungen gespeist werden, eine gute Idee sein bzw. werden.

Deutscher Wetterdienst, 2020: Klimastatusbericht Deutschland Jahr 2019. DWD, Geschäftsbereich Klima und Umwelt, Offenbach, 23 Seiten


Wie steht es um die Erreichung der Ziele des Paris Abkommens. Der "Production Gap Report", erschienen im November 2019, zeigt es eindeutig. Es steht nicht gut, wenn wir so weiter machen.


Earth's Future ist eine transdisziplinäre Zeitschrift, die den Zustand des Planeten und seiner Bewohner, nachhaltige und widerstandsfähige Gesellschaften, die Wissenschaft des Anthropozäns und Vorhersagen über unsere gemeinsame Zukunft durch Forschungsartikel, Rezensionen und Kommentare untersuch. (Anm: Sprache ist nur Englisch)


Lucius Burckhardt war Dozent im Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung der Universität Kassel. Bei den anstehenden Veränderungsprozessen ein wichtiger Impulsgeber. Der Deutschlandfunk bietet eine dreiteilige Sendung über ihn. Hörenswert!


Mit dem »Barometer der Energiewende« bewertet das Fraunhofer IEE jährlich den Stand der deutschen Energiewende. Die hierfür ausgewählten Indikatoren beschreiben das Energiesystem in seinen verschiedenen technischen Dimensionen Endenergie, Windenergie, Photovoltaik, Ausgleichskraftwerke, Bioenergie, Power-to-Gas, Batterien, Wärmesektor, Mobilitätssektor und Investitionstätigkeit.

Auf Basis der Ist-Werte vom Dezember des Vorjahres werden mit Hilfe von Szenario-Modellierungen Zielwerte für 2050 berechnet und Zielpfade aufgezeigt, die eine Transformation des Energiesystems hin zu einer 100 Prozent regenerativen Energieversorgung ermöglichen.


Das Fraunhofer Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik (IGB) forscht zur Methanol-Produktion aus CO2. Das Projekt nennt sich Innovative Kaskadenprozesse zur Umwandlung von CO2 in Kraftstoffe und Chemikalien


Kohlendioxidneutrale Kraftstoffe aus Luft und Strom. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Firmen Climeworks, Ineratec und Sunfire verbinden die notwendigen Prozessschritte in einer kompakten Anlage.

Wie das mit Climeworks-Technologie auf Island funktioniert, zeigt 3-sat Nano in 4 Minuten. Eine Sendung vom 19.03.2020.


Klima-und Lüftungsanlagen, die aus Kohlendioxid (CO2) und Wasser aus der Umgebungsluft synthetische Kraftstoffe herstellen –ein Verfahren, das dies möglich machen soll, haben nun Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der University of Toronto vorgeschlagen. Dabei sollen kompakte Anlagen direkt in Gebäuden CO2aus der Umgebungsluft abtrennen und synthetische Kohlenwasserstoffe herstellen, die sich dann als erneuerbares synthetisches Öl nutzen lassen.


Forschung Aktuell vom 29.11.2019 berichtet über eine israelische Firma, die das Darmbakterium Escherichia coli ist dazu bringt, Kohlenstoff direkt aus der Luft aufnehmen. Hier der Link auf den entsprechenden Artikel in Nature.


Der Deutschlandfunk berichtete am 4. Juni 2019 über CO2-Recycling. Herstellung von Treibstoffen mit Hilfe von Bakterien. Das Potential der im Beitrag erwähnten Firma Lanzatech hat BASF erkannt. Auch bei der Firma Electrochaea GmbH arbeiten auch Bakterien an diesem Thema.


Wie aus Algen und CO2 klimaneutrale Baumaterialen werden, berichtet der DLF am 8. Mai 2019.


Ein spannender Bericht des Deutschlandfunks vom 26.06.2019, wie sich CO2 vom Klimakiller zum wertvollen Rohstoff verändern könnte. Methanol kann ein wesentlicher Baustein der künftigen Energiewelt werden.


Daten und Fakten zur Landwirtschaft aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Vertragsnaturschutz, Greening, Gemeinsame Agrarpolitik, erste Säule, zweite Säule, ökologische Vorrangflächen und so weiter. Auf Websiten der EU und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finden Sie mehr Informationen.

Ist die Landwirtschaft in einem Solarpark förderfähig? Diese Fragestellung beleuchtet dieses Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg aus dem Jahr 2018. Klares Urteil: Ja, wenn die landwirtschaftliche Nutzung dadurch nicht stark eingeschränkt wird. 


Kritische Fragen und Einblicke in die aktuelle Diskussion um die Frage, welche Art der Energiewende braucht welche Energienetze der Zukunft. Deutschlandfunk Zeitfragen mit einer aufschlussreichen und sehr informativen Sendung am 28.01.2020: "Braucht die Energiewende die Stromtrassen wirklich?"

Nahwärme - Fernwärme - Energiewende - Von Dänen lernen - der dänische Wärmemarkt. Einfach machen! Kurz und knapp auf 32 Seiten von Tobias F. Langer, Logstor.

Regional elektrische Energie speichern und als Strom und Wärme verfügbar machen. Lumenion macht das mit Hochtemperatur-Stahl-Speichern.


SWR2 Wissen "Der globale Acker" Teil 6/10. Weniger Soja, weniger Fleisch, mehr Vielfalt auf dem Teller und dem Acker – es wäre eine Win-Win-Situation.


SWR2 Wissen "Der globale Acker Teil 9/10: Einig sind sich die Experten, dass die Landwirtschaft insgesamt ökologischer wird und Umweltbelastungen durch Präzisionslandwirtschaft geringer werden bzw. durch "Smart-" und "Digital Farming" sogar ein Ende haben.


Die Konflikte zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sind stark. Doch die ökologischen Probleme werden immer offensichtlicher. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die neue deutsche Ackerbaustrategie. Ein politischer Spagat ist absehbar. Ein Beitrag des Deutschlandfunks vom 8. Oktober 2019.


Digitalisierung in der Landwirtschaft Wenn der Traktor zum Büro wird. Landwirtschaft 4.0 - ein Beitrag des SWR Fernsehens


Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland vom Fraunhofer ISE, 31.07.2019


Mertens, K.: „Photovoltaik - Lehrbuch zu Grundlagen, Technologie und Praxis“; aktualisierte Auflage, Carl Hanser Verlag, München, 2018. Prof. Dr.-Ing. Konrad Mertens lehrt Photovoltaik und Sensorik an der FH Münster und ist dort Leiter des Photovoltaik-Prüflabors. Sein Fazit in Kapitel 11.14 Photovoltaik versus Biomasse: Biomasse benötigt im Vergleich zur Photovoltaik etwa das 50-Fache an Fläche zur Erzeugung
von elektrischer Energie.


Ist die Modulproduktion in Deutschland, bzw. Europa wettbewerbsfähig? Zwei Artikel im PV Magazin aus dem März 2020 und dem August 2019 meinen: JA.

Strom aus Solarparks ist in vielen Ländern und Marktsegmenten bereits die günstigste Form der regenerativen Stromerzeugung.Ein EU-PVSEC Artikel vom August 2019

Informativer Artikel des PV - Magazine online zur technologieoffenen Ausschreibung im November 2019. Auch bei der vierten Runde sind nur Solarparks die Gewinner. Diesmal hat allerdings noch nicht einmal ein Windparkprojekt den Versuch gewagt, in der Ausschreibung zu punkten. Die Ergebnisse der gemeinsamen Ausschreibungsrunden für Solaranlagen und Windenergie-Anlagen an Land auf den Seiten der Bundesnetzagentur.


Zum Jahresstrombedarf eines treibhausgasneutralen Deutschlands meinte Prof. Dr. Görge Deerberg von Fraunhofer Umsicht in einem Vortrag anläßlich der Jahrestagung des Netzwerks Kraftwerkstechnik NRW am 27.08.2019 folgendes: Energiesystem 2050: Wärme, Mobilität und Power2X: Strombedarf THG-neutrales Deutschland: zwischen 1300 und 3000 TWh (siehe Folie 11 des Vortrages: SEKTORENKOPPLUNG: CROSS-INDUSTRIELLE NETZWERKE)


Für den Blick über den Tellerrand bietet sich diese Studie der Forschungsstelle für Energie­netze und Energiespeicher (FENES) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regens­burg (OTH Regensburg) aus 2016 an:
METASTUDIE, Analyse sektorenübergreifender Studien zur Dekarbonisierung des deutschen Energiesystems, Im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur GmbH
Anmerkung des Autors: Die Verfasser dieser Studie haben 2016 vielleicht nicht ahnen können, dass Solarparks in Deutschland schon heute mit Stromverkaufspreisen von 4-6 Cent / kWh rentabel betrieben werden können und dass in 5-10 Jahren unter, zwischen und neben den PV-Modultischen, Landwirtschaft mit Farmrobotern möglich sein kann.


Warum wir moralisch verpflichtet sind zu helfen, wenn jemandes Existenz bedroht ist, der lese und höre den beiden politischen Philosophen Christian Neuhäuser und Arnd Pollmann in einem Beitrag des Deutschlandfunk Kultur vom 05.05.2019 zu. In vielen Lebenslagen ist die Frage nach einer Pflicht zu helfen jedoch komplizierter als in philosophischen Modellfällen. Wie verhält es sich, wenn wir von Not und Ungerechtigkeit anderswo erfahren? Wie weit reicht dann die persönliche Verantwortung jedes und jeder Einzelnen? Woran bemisst sie sich, und wie hoch rangiert das Allgemeinwohl gegenüber individuellen Ansprüchen und Rechten? Sollte man diese moralische Pflicht auf jede Art von Existenz - also auch auf die Biosphäre erweitern? Ich sage: Ja

Besonderer Exkurs zu den Stromgehstehungkosten der erneuerbaren Energiequellen

1. Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien mit einem Ausblick bis zum Jahr 2035 vom Fraunhofer ISE, März 2018. Aufgrund der hohen Lernrate von 15 % wird Strom aus großen Solarparks unangefochten der preiswerteste Strom aus erneuerbaren Quellen werden. Dies zeigt  spez. Abbildung 16, Seite 24: Prognose für die Entwicklung der Stromgestehungskosten für erneuerbare Energien sowie konventionelle Kraftwerke in Deutschland bis 2035 

2. Europäische Technologie- und Innovationsplattform für Photovoltaik (ETIP PV): Die Wissenschaftler des ETIP kritisieren veraltete Kostenannahmen für Photovoltaik, die den globalen Ausbau massiv behindern. Die Stromgestehungskosten sind bereits deutlich niedriger und werden bis 2050 noch weiter sinken. Aus der Studie hier nur eine Abbildung zur Illustration:

Diese veralteten Kostenannahmen sorgen laut Co-Autor Christian Breyer von der Lappeenranta University of Technology zum einen häufig dafür, dass die Photovoltaik bei Energieszenarien oft eine untergeordnete Rolle spielt. „Auch andere techno-ökonomischen Analysen kranken sehr oft an nicht mehr zeitgemäßen Kostenannahmen. Dies kann dazu führen, dass Entscheidungsträger nach wie vor zu zögerliche Entscheidungen treffen“, so Breyer. 

Alle Fotografien von Christina Grätz, Nagolare.