Weiter so ist keine Lösung

Erstveröffentlichung  Juli 2019 - Version vom 21. Dezember 2020 - Lesedauer 7 Minuten
 


Was passiert gerade mit unserer Demokratie und unserer Freiheit? Was hindert uns, das Paris Abkommen und die  17 UN-Nachhaltigkeitsziele einfach anzugehen? 

Wie wäre es, nicht nur zu streiken, damit sich etwas ändert, sondern grundsätzlich die Demokratie zu verändern, damit wir hoffentlich bald nicht mehr streiken wollen?  

Wie kann Demokratie konstruktiv verändert werden? Wie gelingt eine langfristig, am Gemeinwohl orientierte, enkeltaugliche Politik?

Zur Wahl steht die Demokratie

 

"Wenn Politiker - wie Förster und Waldbauern - in Zeiträumen von 80-100 Jahren dächten und nicht nur bis zu den nächsten Wahlen, dann hätten wir vermutlich bessere Entscheidungen und Ergebnisse."

( Eckart Freiherr von Eyb aus Ebermannsdorf, 1982 in einer Diskussion über Politik)

 
Politiker handeln oft kurzfristig, taktisch und wechselhaft. Auf diese Art kann schwerlich eine langfristig am Gemeinwohl orientierte Politik entstehen.

 

Die vermutliche Ursache dafür liegt nicht im Unvermögen der Politiker, sondern daran, dass in unserem System der Demokratie immer Wahlen anstehen.  Es ist besorgniserregendes Phänomen, das unsere Politiker in ihren Fähigkeiten – ja in ihrer ganzen politischen Kultur – so sehr auf Wahlen geeicht, dass sie nicht einmal mehr imstande sind, auch nur mittelfristige Strategien zu entwickeln. 

Wenn Wahlen das Problem sind, wie wäre es mit einer Erweiterung der Demokratie um Bürgerparlamente?

 

Wenn Bürgerparlamente - die nicht gewählt, sondern ausgelost werden - Politik mitmachen, dann ist es wahrscheinlicher, dass eine langfristige, am Gemeinwohl orientierte und von allen Bürgern akzeptierte Politik herauskommt.
 

Wie so etwas aussieht:

 

  • Konstruktive Demokratie – ein Beispiel aus dem Elsass. 
  • "Gegen Wahlen - Warum Abstimmungen nicht demokratisch sind", von David Van Reybrouck.
  • Können die das? Wahl durch Los – ZEIT Artikel aus 2017


Ideen für gute Fahrpläne in die Zukünfte unserer Gesellschaft finden sich viele:


Das sind keine fertigen Antworten auf die vielen Fragen zu anstehenden Transformationen. Vielmehr geht es darum, die Zivilgesellschaft zu ermächtigen, ihre Zukünfte selber in die Hand zu nehmen. Bürgerversammlungen, eingesetzt und legitimiert durch die gewählten und regierenden  Parlamente, entscheiden nach den dann jeweils vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen, Rahmenbedingungen und finanziellen Möglichkeiten.

Politik ist und bleibt auch dann noch ein mühsamer, langsamer Weg zur Verbesserung des Unvollkommenen und wird niemals ein Ende haben.

 

Lassen Sie uns mit Zukunftskunst den gesellschaftlichen Wandel angehen. 

Zukünfte schaffen mit "Mehr Demokratie".


Informatives zum Sehen und Hören

Wie tickt der Mensch eigentlich? Was sollte anders laufen, damit wir die anstehenden Probleme meistern können? Sehr gute Hinweise gibt Franca Parianen im philosophischen Radio am 10. Mai 2021. Thema:  "Überlebenswichtig? - das Teilen". Passend dazu ihr aktuelles Buch "Teilen und Haben". Eine sehr ausführliche Rezension von Ralf Julke aus der Leipziger Zeitung.

Wie wäre es, die allgemeine Deklaration der Menschenrechte zu ergänzen, indem wir auf unseren Verpflichtungen gegenüber zukünftigen Generationen und anderen Arten bestehen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Technologie eintreten?  

Corine Pelluchon im ZEIT Interview mit Elisabeth von Thadden vom 10.04.2021:  

"Unsere Grenzziehungen zwischen Natur und Kultur sind überholt" 


Common-Wealth - Gemeinwohl - Ein wichtiges Buch von Jedediah Purdy: „Die Welt und wir. Politik im Anthropozän“. Der Jurist und Kulturwissenschaftler  schreibt zur Geschichte, aber vor allem zur Zukunft von gesellschaftlichen und ökologischen Themen. Zitat aus dem Buch: " Eine gemeinwohlorientierte Politik muss fragen, worin der Wert des Lebens besteht. Ihre Antworten müssen das Zusammenleben der Menschen ermöglichen. Sonst werden wir uns einander zu Feinden machen." Wer es etwas knapper mag, der höre und lese Deutschlandfunk-Kultur Lesart vom 14.01.2021.

Als Erweiterung und Ergänzung des philosophischen Radios vom 11.01.2021 hat der SWR am 21.01.2021 einen Beitrag aus dem Jahr 2014 wiederholt: Die Sozialphilosophie Martin Bubers – "Alles wirkliche Leben ist Begegnung"

"Ich habe keine Lehre, aber ich führe ein Gespräch." Für den jüdischen Philosophen Martin Buber (1878 - 1965) kann sich nur im Dialog "auf Augenhöhe" eine wirkliche Begegnung zwischen Menschen ereignen. In seiner Schrift "Pfade in Utopia" zeigt Buber, wie das dialogische Prinzip nicht nur das private Leben, sondern auch die Gesellschaft gestalten könnte: Es müsste eine dezentrale Gesellschaft sein, die aus solidarischen Gemeinschaften besteht, in denen sich die Einzelnen nicht nur benutzen, sondern als Menschen anerkennen. 

Entschieden wendet sich Buber deshalb gegen staatliche Bevormundung und Ausbeutung. Bubers unangepasste Sozialphilosophie birgt auch heute kritisches Potenzial: "... ich zeige etwas an der Wirklichkeit, was nicht oder zu wenig gesehen worden ist."

Eine Sternstunde des philosophischen Radios gab es am 11.01.2021. Zwischen Christoph Quarch als Gast und Jürgen Wiebicke als Gastgeber sowie den Anrufern der Sendung ist wahrlich ein kreativer Zwischen-Raum enstanden. Lohnenswerte Gedanken, denn es geht ums Ganze - auch um eine neue Gesellschaft. Bindung, Einigkeit, Freiheit, Sicherheit, Verbundenheit, Vertrauen, Zugehörigkeit sind die Stichworte. Einfach sensationell, vor allem das Ende. Sehr schöne Worte, denen schöne Taten folgen mögen. Lasst uns unsere Welten ändern. Es geht also nicht um "DIE" Welt. Die gibt es nämlich so gar nicht. Es geht jeweils um unsere eigenen - teilweise sehr eigentümlichen - Welten. Die Summe aller Welten von allen Menschen mag so etwas wie "eine" Welt ergeben. Es reicht, sich um seine Welten zu kümmern. Dann ändert sich die "eine" Welt ganz einfach mit. 

"Die Konjunktur der Dekadenz - Sehnt sich der Westen nach dem Untergang" SWR 2 Forum vom 18.12.2020  - ein spannendes Gespräch über das positive Wechselspiel von Freiheit und  Verantwortung. Bitte genau hinhören! Vor allen Dingen richte ich diese Bitte an all jene Politiker, Wissenschaftler und Personen in leitenden Positionen, die vergessen haben, welche Verantwortung sie aufgrund ihrer luxuriösen gesellschaftlichen Position und der damit einhergehenden Freiheit eigentlich haben. 

Wie hilft uns die Philosophie in Krisenzeiten? Denkanstöße von Bernward Gesang, SWR 2 Tandem vom 26.10.2020. Um mehr Zukunftorientierung in die Politik zu bekommen, schlägt Bernward Gesang vor: Wahlrecht für Jugendliche, ein Vetorecht für das Umweltministerium in bestimmten Fragen und die Einrichtung von sogenannten „Zukunftsanwälten“: ein parlametarischer Sekretär für die Rechte zukünftiger Generationen, der Gesetzesvorhaben prüft und ein Vetorecht gegen Gesetze hat.

Bürger. Macht. - Mehr direkte Demokratie? 25.10.2020 ∙ MDR Dok ∙ MDR Fernsehen
Der Film begleitet das bundesweite Pilotprojekt "Bürgerrat Demokratie". 160 zufällig ausgewählte Personen aus ganz Deutschland erarbeiteten im September 2019 in Leipzig Empfehlungen zur Stärkung der Demokratie.

Liberalismus neu denken - Es gibt keine Freiheit ohne Gesellschaft - DLF  Sein und Streit vom 18.10.2020. Christoph Möllers im Gespräch mit René Aguigah. Hilfreiche Gedanken zur Freiheit im Zusammenhang mit aktuellen Einschränkungen (Corona) und künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen (Rezession, Klimakrise, Biodiversitätskrise, usw.), die weitere Einschränkungen individueller Freiheiten bringen werden.

Deutschlandfunk Essay und Diskurs vom 18.10.2020 - Die Wertedebatte - Wie fünf Ökonominnen Wirtschaft und Politik neu verbinden
Mariana Mazzucato, Kate Raworth, Esther Duflo, Stephanie Kelton und Carlota Pérez. 

Diese Ökonominnen entrümpeln die Wirtschaftswissenschaften von alten Glaubenssätzen und entwickeln neue Theorien für das 21. Jahrhundert. Hörens- und Lesenswert.


Was ändert sich in Ethik und Politik, wenn wir in unserem Denken vom Körper statt vom Geist ausgehen? Corine Pelluchon gibt in der ZEIT Nummer 38 2020 interessante Antworten. Den Text als PDF finden sie auf meinem Google-Drive hier.

Ohne Wachstum gut leben? Unvorstellbar? Wirtschaftswachstum ist allerdings kein Naturgesetz, sondern eine Erfindung, die noch gar nicht so alt ist.  Dass Staaten lange ohne die Ermittlung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auskamen, beleuchtet ein erhellender Beitrag in der Rubrik Zeitfragen bei Deutschlandradio Kultur vom 22.04.2020: 

"Vom Zauber einer Zahl".


Sind wir mit unserer Gesellschaft auf dem Holzweg? Wäre weniger Hamsterrad und weniger Hamsterkauf möglich? Wie kann es sein, dass in unserer reichen Gesellschaft Menschen seelisch verarmen? Was hindert uns an einer erfüllten Existenz? Woher kommt die "Furcht vor der Freiheit", die Sehnsucht nach autoritären Strukturen, die Lust an Hass und Destruktivität? Es scheint, als sei Fromms Denken gerade in unserer von Krisen und Katastrophen geschüttelten Gegenwart aktueller denn je. Der Weltverbesserer - Wie aktuell ist Erich Fromm?  SWR 2 Leben und Gesellschaft vom 18.03.2020

Denkanstöße in Zeiten der Corona-Krise liefert das philosophische Radio vom 13.03.2020. Christiane Woopen im Gespräch mit Jürgen Wiebicke und den Zuhörern. Miteinander? - wie verändert Corona Ihr Denken?

Ähnlich wie Christiane Woopen wandte sich schon vor mehr als hundert Jahren Rudolf Eucken  gegen die zunehmende "Veräußerlichung des Lebens“, die "fiebrige Arbeitskultur" der Moderne und die "Scheinkultur des Technischen". Dagegen setzte er sein Ideal eines "Beisichselbstsein des Lebens", bei dem Bewusstsein und Handeln in einem natürlichen Einklang sind. Sinnsucher, Weltverbesserer, Idealist – Der Philosoph Rudolf Eucken SWR 2 Wissen vom 5.01.2016.  Eine Spurensuche mit der Frage: Was können uns seine Schriften heute noch geben? 


Die Zukunft der Demokratie - Mehr Teilhabe von unten wagen Deutschlandfunk Kultur vom 20.01.2020. Die parlamentarische Demokratie ist eine Erfolgsgeschichte – aber sie zeigt Ermüdungserscheinungen. Wissenschaftler fordern daher ein Demokratie-Update. Erste Experimente laufen bereits. Die Resonanz ist positiv. Jetzt ist die Politik gefragt.

Ein Lob der repräsentativen Demokratie. Der  Würzburger Jurist und Rechtsphilosoph Florian Meinel im Gespräch mit  Thorsten Jantschek, DLF Kultur vom 7.12.2019. Die großen Parteien versuchen mit Formen direkter Demokratie dem eigenen Mitglieder- und Bedeutungsverlust entgegenzuwirken. Florian Meinel hält diese Entwicklung hingegen für fatal und hebt die Entlastungswirkung von repräsentativen Verfahren hervor. Ein interessanter Blick hinter die Kulissen unserer Demokratie.

Gegen Vulgärdemokratie - für repräsentativ gewählte Bürgervertretungen, die sich von einer wohlgeordneten Wissenschaft beraten lassen. Ein Kommentar im Deutschlandfunk "Sein und Streit" vom 24.11.2019: Expertise in der Politik - Die Wissenschaft muss sich mehr einmischen - von Sibylle Anderl.


Mehr Demokratie wagen - reloaded Deutschlandfunk Kultur vom 15.11.2019 -  Der vom Verein „Mehr Demokratie“ initiierte Bürgerrat übergibt über mehrere Monate erarbeitete Empfehlungen an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Es geht um die Stärkung und Weiterentwicklung der Demokratie in Deutschland. Sicherheitshinweis: Der Verein "Mehr Demokratie" tritt für Volksabstimmungen ein. Diese Art von "Vulgärdemokratie" lehne ich entschieden ab, da ich die Sorge habe, dass Volksabstimmungen eher aufgeheizte, leicht manipulierbare emotionale Befindlichkeiten widerspiegeln als nüchternen Sachverstand, den ich auf der politischen Ebene für wichtiger halte.

"Mehr Demokratie wagen" Ein Zeitfragen Feature von  Mathias Greffrath im Deutschlandradio Kultur vom 16.10.2019 über Willy Brandt mit spannenden Rück-, Ein- und Ausblicken.

"Umsteuern in der Zeitenwende. Was kann die Politik, was will die Gesellschaft?" Eine aufgschlussreiche Diskussion zwischen Boris Palmer, Grüner Oberbürgermeister von Tübingen, Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der ZEIT und Maurice Conrad, Vertreter der Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“, Mitglied der Piratenpartei im Stadtrat Mainz. Am besten hört man sich die Sendung über Willy Brandt (s.o.) und diese hier hintereinander an, um sich so richtig zu wundern. Deutschlandradio Kultur vom 18.10.2019.

Bürgerbeteiligung - ein Märchen?  Ob Kreisverkehr, Brücke oder Umgehungsstraße: Spätestens seit dem Stuttgart-21-Desaster werden immer mehr öffentliche Bauvorhaben mit Bürgerbeteiligung geplant. Thomas Wagner hält das für Etikettenschwindel: Denn entscheiden darf der Bürger dabei nichts. Deutschlandfunk Kultur vom 12.09.2019 (04:41 Min.)

Participedia - Eine globale Gemeinschaft, die Wissen und Geschichten über Öffentlichkeitsbeteiligung und demokratische Innovationen teilt.

Planungszelle - ein  Beratungs- und Partizipationsverfahren, welches demokratische Teilhabe des einzelnen Bürgers an verschiedenen Planungs- und Entscheidungsprozessen ermöglicht.

Sir Karl Popper und die "offene Gesellschaft" - ein Podcast von SWR 2 (27:22 Min.)

Prof. Dr. Uwe Schneidewind im Philosophischen Radio  des WDR über "Die große Transformation" (53:45 Min.)

Das Neue entsteht im Denken – Interview mit Prof. Stefan Brunnhuber (Lesedauer 5 Min.) in werteundwandel.de

"Framing - Wie Sprache unser Denken bestimmt". Framing ist spätestens seit dem Streit um ein geleaktes ARD-Papier in Verruf geraten. Aber nicht nur Medien, auch Politik und Verbände versuchen, durch Sprach-Tricks ihr Außenbild positiv zu beeinflussen. Elisabeth Wehling im  Gespräch mit Gert Scobel erklärt die Wirkungsweise.

Im Zusammenhang mit Framing ein Beitrag von Bodo Mrozek, der im September 2019 im Deutschlandfunk das Sprachbild der "kosmopolitischen Eliten" zerlegt und zeigt, dass es sich lohnt, genauer hin zu sehen, anstatt blind zu glauben.

"Die Geschichte von Gut und Böse" -  bei der phil.COLOGNE 2019 diskutierten der Schriftsteller Bernhard Schlink und der Philosoph Tobias Rosefeldt mit der Moderatorin Simone Miller über den Anfang und das Ende der Moral. Hier der interessante Disput zum Nachhören

Eine  kleine Zeitreise in das Jahr 2016 vor Trump, Greta und anderen aktuellen Ereignissen: 

"Die 4. Gewalt - wie Bürger die Demokratie wieder beleben können WDR 5 Das philosophische Radio | 20.05.2016 | 56:22  Min.  Momentan erlebt unsere Gesellschaft eine überraschende Repolitisierung. Die Krisen dieser Welt sind vor unserer Haustür gelandet sind und viele Bürger spüren, dass sie tätig werden sollten. Wie kann die Demokratie belebt werden? Studiogäste: Patrizia Nanz und Claus Leggewie, Politikwissenschaftler; Moderation: Jürgen Wiebicke"
(Ergänzende Information: "Patrizia Nanz vertritt, wie Claus Leggewie und weitere, den Ansatz einer Partizipation durch eine Beteiligung von wenigen, zufällig ausgewählten Bürgern, (z. B. Bürgerrat), die Lösungsvorschläge zu Zukunftsfragen erarbeiten. Die Gremien sind konsultativ und erfordern eine Bestätigung eines demokratisch legitimierten Gemeinderats, Landtags oder Bundestags.")

Im Kontrast dazu der aktuelle Claus Leggewie im Gespräch mit Jürgen Wiebicke:  "Beherzte Opposition, Protest und Widerstand sind notwendig, jetzt!", sagt Leggewie. Er fordert eine "Politik der Präsenz", um dem Phänomen antidemokratischer Bestrebungen zu begegnen. Es reiche nicht mehr aus, darüber zu debattieren, warum die Demokratie in Gefahr ist - vielmehr gehe es jetzt darum, Position zu beziehen. WDR 5 Das philosophische Radio | 27.09.2019 | 55:51  Min
 

Informatives zum Nachlesen


Die kostbarste Ressource der Menschheit ist nicht Gold, Kohle, Uran oder Daten – es ist der SINN. Sinn scheint jedoch in unserer Epoche zur Neige zu gehen. Wie können wir ihn uns neu erschließen? Christoph Quarch gibt eine klare, schöne und sinnvolle Antwort: Es ist die Liebe. Mit seinem Buch "Das große Ja" weist er einen philosophischen Weg, der es uns erlaubt, auch in Krisen »Trotzdem Ja zum Leben zu sagen« …

Richard Sennett gehört zu den wichtigsten Intellektuellen unserer Zeit. Im Zentrum seines Denkens steht der Mensch und die Frage, was der Kapitalismus, die heutige Arbeitswelt und die zunehmende Verstädterung aus uns machen. Sein 2018 erschienenes Buch «Die offene Stadt» untersucht, wie Städte aussehen müssen, damit soziale Durchmischung gelingt und ein gutes Leben möglich ist.

"Manifest des neuen Realismus" von Maurizio Ferraris, Vittorio Klostermann passend zur Postmodernen und postfaktischen Fake-News Realität und wie das ganze entstanden ist.

Ernst Friedrich Schumacher: "Small is beautiful: Die Rückkehr zum menschlichen Maß", Oekom-Verlag. Das Prinzip des »Größer, Schneller, Mehr« ist am Ende. Die Natur ächzt unter der Ausbeutung ihrer Ressourcen, eine überentwickelte Technik und eine entfesselte Wirtschaft stoßen immer öfter an ihre Grenzen. Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft noch unreflektiert der Religion des »industriellen Gigantismus« anhing, hat Ernst F. Schumacher die heutige Systemkrise bereits vorausgeahnt. Mit seiner Vision einer humanen Technologie, die einen geringeren Fußabdruck hinterlässt und den Menschen ein Höchstmaß an selbstbestimmten Tätigkeiten erlaubt, hat er viel von dem vorweggenommen, was wir heute unter nachhaltiger Entwicklung verstehen. »Small is beautiful« ist daher aktueller denn je, ein perfekter Wegweiser in eine Welt, in der die Wirtschaft dem Menschen dient und nicht umgekehrt.

"Gegen Wahlen - Warum Abstimmungen nicht demokratisch sind", von David Van Reybrouck, Wallstein Verlag. Ein informatives Essay über sehr alte und neue Wege von mehr Bürgerbeteiligung. Neben einer Analyse unserer Politikverdrossenheit werden sehr viele weiterführende Informationen geboten. Somit bietet das leicht verdauliche Buch einen perfekten Einsteig in dieses Thema an. Pflichtlektüre für jeden politisch interessierten Bürger. Lesenswert von Anfang bis Ende.

Ein schönes Beispiel für per Losentscheid bestimmte Bürger, die vorübergehend Gesetze beschließen, stand in der ZEIT Nr. 4 2017. Hier für alle, die kein ZEIT-Abonnement haben.
Ein Philosoph und Bürgermeister berichtet über seine mehr als 20-jährigen Erfahrungen mit konstruktiver Demokratie. Bürgerbeteiligung im Elsass „Man muss über eine neue Beziehung zur Macht nachdenken“. Mit ausgelosten Teilnehmern arbeiten die Bürger im elsässischen Kingersheim die Vorlagen für den Stadtrat aus. „Wichtig ist dabei, dass wir als gewählte Vertreter uns nicht anmaßen, alles allein vorab zu entscheiden“, sagt Bürgermeister Joseph Spiegel über dieses Pilotprojekt der Partizipation.
Joseph Spiegel im Gespräch mit Michael Magercord.

Frisch aus der Druckerpresse (Februar 2019) überträgt Stefann Brunnhuber in "Die offene Gesellschaft" Sir Karl Poppers Ideen von 1945 in die heutige Zeit. Jenseits von Lagerdenken und -ismen zeigt er einen "klugen" Weg in die Zukunft, die nicht erst morgen beginnt, sondern schon immer dabei ist, wenn wir etwas tun oder lassen. So leben wir nämlich nicht auf Kosten der Zukunft - weil das einfach nicht möglich ist - sondern immer auf Kosten von anderen und zwar genau jetzt. Es ist an uns, selbstkritisch mit uns und kritisch mit der Welt umzugehen, um es "besser" zu machen. Sozusagen frei nach Lichtenberg: "Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll". Brunnhuber liefert ein klares und nachvollziehbare Plädoyer für aktives Mitmachen bei der Entwicklung unserer Welt. Dafür bedarf es keiner Profis, sondern kritischer Bürger und Mut, aus Fehlern zu lernen.